| Im Spiegel der Presse: Main-Post 14.06.2010 Salam“ statt „Guten Morgen“ Entwicklungshelferin Maria Hisch brachte den Schülern in Gräfendorf Äthiopien näher „Salam“ statt „Guten Morgen“. So begrüßten die Schüler der Volksschule Gräfendorf die zahlreichen Besucher in der Turnhalle. Beigebracht hat ihnen die afrikanische Begrüßungsart Maria Hisch, die Schulbeauftragte „Globales lernen“ der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) im Rahmen einer Afrika-Projektwoche. „Man legt die linke Hand um den rechten Unterarm, hält den Daumen gestreckt nach, gibt sich die rechte Hand und macht dabei eine Verbeugung“. Dazu kommt ein freundliches Salam, was soviel heißt wie Frieden. Eine kleine Gruppe von Schülern der Grundschule erläutert und zeigt den Gästen Begrüßungszeremonie. Knochen statt Game Boy Obwohl Äthiopien ein aufstrebendes Land mit zum Teil sehr modernen Strukturen ist, gehören Game Boy oder Play Station nicht zu den Spielsachen, mit denen sich die Kinder ihre Zeit vertreiben. Aus Muscheln, Perlen oder Knochen werden viele Spielgeräte geschaffen. „Das war eine tolle Woche für uns“, fand Schulleiterin Monika Hofmann. Und nicht nur das: Über fünf Jahre hat die Schule Geld gesammelt. „Aus Waffelverkauf, der Bewirtung bei den Einschulungen oder dem gesunden Frühstück“, wie Monika Hofmann berichtete. 1000 Euro sind zusammengekommen. Diesen Betrag überreichte sie an Maria Hisch, die das Geld für ein Schulprojekt in Bisidimo verwendet. „Vor sechs Jahren haben wir dort mit dem Bau einer Schule begonnen“, erzählte sie. „Die Bevölkerung wollte eine Schule. Da haben wir gesagt: Ihr bekommt eine Schule, wenn ihr sie selber baut“. Über Spenden wurde das Material bezahlt. Die Arbeiten übernahmen Eltern, Lehrer und Schüler. In diesem Jahr wird das Projekt zu Ende gebracht. Fünf Lebensbereiche vorgestellt „Die Afrikaner sind sehr freundliche und höfliche Menschen“, erklärt Maria Hisch. Die in Karlstadt lebende Mitarbeiterin des DAHW war über viele Jahre als Entwicklungshelferin in Äthiopien tätig. Darüber hinaus hat sie dort eine Reihe von Projekten betreut. Eine Woche lang, täglich zwei Stunden, war Maria Hisch in allen vier Schulklassen und hat den Schülern das „Leben der Kinder in Äthiopien“ näher gebracht. Auf fünf Lebensbereiche, darunter die Bedeutung von Schriftzeichen, das Spielen einheimischer Musikinstrumente, die Weihrauchzeremonie, die Verwendung afrikanischer Zeichen und die vielseitige Trageweise und die Nutzung von „Kandars“, den landesüblichen Tüchern, hat sich Maria Hisch beschränkt. Gebrauchsgegenstände, Spielzeuge, Instrumente und Schmuck aus dem Land, das dreimal so groß ist wie Deutschland und in dem über 80 Sprechen gesprochen werden, wurden in einer Ausstellung gezeigt. In einer Modenschau führten die Schüler ihren Schulkameraden und Eltern das Bekleidungstuch, das als Babytragetasche, Turban, Hüfttuch oder Tischdecke verwendet werden kann, vor. Besonderen Spaß hatten sie am Spiel auf afrikanischen Instrumenten. Dabei fällt der Trommel die zentrale Rolle zu. Sie ist das wichtigste Instrument auf dem afrikanischen Kontinent. Ihr folgen Blasrohre, „Regenmacher“ aus Holz, ein Xylofon aus getrockneten Kürbissen sowie Rasseln und Ratschen. „Den Wert einer Frau bestimmt der Schmuck, den sie trägt“. Je mehr und je kostbarer der Schmuck, desto wertvoller ist die Trägerin bei der Verehelichung. Die verschiedenen Ketten, Ringe, Amulette und Kreuze, die die Religionen im Lande widerspiegeln, erklärte Maria Hisch. |